Die Alpenüberquerung!

DYNAFIT SPEED TRANS ALP 2016

 

Dienstag, 6. September 2016

 

Der Tag danach! Ich schaue um 6:20 Uhr auf die Uhr und habe das Gefühl, dass mich das Motorengeräusch meines eigenen Körpers weckt. Nach einer sehr erholsamen Nacht springt alles in mir wieder an und ruft: „Weiterlaufen!“ Was für ein tolles Gefühl. Kein Muskelkater, keine schmerzenden Sehnen, Bänder, Gelenke. Durstig bin ich, aber nicht mal hungrig. Ich mache das Fenster auf und gucke in den blauen Himmel, den die Bergspitzen rund um Meran berühren.

 

Ein wunderschönes Abenteuer liegt da hinter mir. Diesen Moment, als ich mitten in den Bergen einfach nur grinsend vor mich hinlaufe, nichts denke, die Schönheit der Natur in mich aufsauge und genieße, von allem Stress und jeder Hektik des Alltags weit weg zu sein, diesen Moment trage ich tief in meinem Herzen und er erfüllt mich mit Energie und Kraft.

 

Eine wild zusammengewürfelte Gruppe internationaler Trailläufer, denen ich am ersten Tag mit viel Schüchternheit entgegengetreten bin, wurde auf ihrer Reise über die Alpen zu einem harmonischen Team und geht nun mit strahlenden Augen und offenen Herzen wieder auseinander. Viel weiß ich nicht über jeden Einzelnen, aber ich glaube dennoch, hier und da tief in die Seelen von allen Teilnehmer geblickt zu haben. Uns hat drei Tage lang die Liebe zur Natur und zum Laufsport verbunden und ich danke DYNAFIT von Herzen, dass sie dieses Erlebnis möglich gemacht haben. Uns hat es an nichts gemangelt: Angefangen von der Unterkunft über die Verpflegung bis hin zur professionellen Betreuung!

 

Danke an Javi und Philipp, dass Ihr uns immer sicher, souverän und stets mit einem Lächeln im Gesicht den Weg gewiesen habt.

 

Danke an die Bergführer Franz und Erwin von DIE-BERFUEHRER.DE, dass Ihr uns im Tal und rundherum alles organisiert und aufbereitet habt, damit wir uns um nichts kümmern mussten.

 

Danke an Kim und Arianna für die gemeinsamen Nächte, die Gespräche, die Geschichten und Eure Inspiration am Berg. Dein Stil die Berge bergab zu laufen, liebe Kim, wird mir für immer Vorbild und Inspiration sein.

 

Danke an Theo, dass ich Dich immer vollquatschen durfte und für die vielen Bilder, die Du von mir in meinem Auftrag machen musstest.

 

Danke an Dan und Janine für sensationelle Bilder, für tolle Gespräche und natürlich für die beste Verpflegung unterwegs: Dans Zauberbutter!

 

Danke an Ben, Christian und Andrea für die Ruhe, die Ihr die ganze Zeit ausgestrahlt habt. Es war mir eine Ehre, mit Euch allen über die Alpen zu laufen.

 

Danke an DYNAFIT für dieses Geschenk, das viel mehr, als nur ein Lauf über die Alpen war. Eure Einstellung zum Sport, zum Berg und zu der Ausrüstung, die uns dort begleitet, trägt die Handschrift von Profis und Enthusiasten. Die Art, wie Ihr zehn Menschen zusammen- und über die Alpen gebracht habt, zeigt wie fokussiert auf das Wesentliche Ihr seid und mit welch sportlich-sympathischen Augen Ihr die Bergwelt seht. Das gefällt mir!

 

Danke, dass ich Teil der DYNAFIT SPEED TRANS ALP 2016 sein durfte!

 

 

Montag, 5. September 2016

 

Wie soll man so einen aufregenden und vielseitigen Tag bloß in einen kleinen Blog packen?! Ich versuche es einfach mal: Wie erwartet regnet es in der Früh im Stubaital, was uns aber nicht davon abhält, um 7:15 Uhr mit dem Bus bis ans Ende des Tals zu fahren, um dort in unsere Regenjacken gehüllt den ersten Aufstieg zum großen Finale dieser SPEED TRANS ALP in Angriff zu nehmen. Die Ansage heute ist klar: „Es wird ein langer Tag und wir bleiben alle zusammen!“ Daher ist das Tempo von Anfang an sehr gemäßigt und wir stiefeln schweigend im Gänsemarsch über die Dresdner Hütte dem Stubaier Gletscher entgegen. Es wird immer kälter, der Regen geht in Schnee über und bald stapfen wir komplett durch eine weiße und eisige Winterlandschaft. Bissiger Wind treibt uns von hinten den Berg hinauf und ich finde eine super Methode, mich durch diese widrigen Bedingungen zu kämpfen. Eingemummelt und mit gesenktem Blick sehe ich eh immer nur die Füße vom Vordermann und so setze ich stur meinen Fuß immer dorthin, wo der Fuß von Philipp gerade den Boden verlässt. Das klappt super! Schritt um Schritt, einfach weiter. Und so geht es ruckzuck, dass wir auf 3000 Meter ankommen. Mir geht es hervorragend. Meine Stöcke habe ich Arianna geliehen, weil ihre kaputtgegangen sind und ich sie nicht brauche. Ich fühle mich weder müde, noch hungrig, noch tut mir irgendwas weh. Wir rennen, rutschen, fliegen ein paar Meter die Skipiste wieder hinab, ich erkenne den Funpark aus dem Winter und freu mich wie ein Kind, dass wir hier oben durch die verschneite Landschaft laufen. Dass meine Füße taub von der Kälte sind, stört mich gar nicht.

 

An der Hildesheimer Hütte machen wir kurz Halt und kehren ein, um einen heißen Tee zu trinken und die Füße zu wärmen. Herrlich! Ich habe mir Nüsse vom Frühstücksbuffet mitgenommen und fange an, mich damit zu verpflegen. So, und dann geht es weiter und aus dem Winter wird Frühling. Der Schnee hört hinter der Hildesheimer Hütte auf, die Luft wird wärmer, das Gestein glitzert silberrot in der Sonne, die sich langsam zeigt und meine Laune steigt noch mehr. Ich komme richtig gut runter, aber wir sind auch nicht wirklich schnell. Dafür bewegen wir uns stetig und ohne Fotopausen oder sonstige Unterbrechungen. Auf der Höhe zwischen 2700 und 3200 geht es nun eine ganze Weile immer wieder rauf und runter und die Landschaft verzaubert mich. „Mutter Natur ist eine wunderbare Architektin“ sage ich zu Christian und lasse mich weiter verzaubern. Hier sind keine Menschen, keine Hütten, nur Gipfel, Himmel, ein paar Wolken, Sonne und unsere zehnköpfige Karawane, die sich malerisch durch diese einmalige Landschaft schlängelt.

 

Ich schaue weder auf die Kilometer, noch auf die Höhenmeter, ich genieße einfach nur jeden einzelnen Augenblick. Bald erreichen wir die Grenze zu Italien und ja, ich habe das Gefühl, hier ist es noch ein bisschen lieblicher, wärmer, hübscher… Wir erklimmen nur noch ein, zwei Sättel und dann geht es stetig bergab. Langsam macht sich das Gefühl breit, dass ich es tatsächlich unbeschadet schaffen werde. Nur noch ein langer Downhill und dann bin ich einmal über die Alpen gerannt. Ich lasse es plötzlich laufen, ich fliege über den Trail, springe, tanze, werde schneller und kann kaum fassen, dass ich mich gestern so schwergetan habe?! Irgendwas ist da passiert über Nacht.

 

Wir machen einen allerletzten Stopp an einer Hütte mit alter Bergbaumine, um noch ein letztes Mal Wasser zu tanken, Fotos zu machen und uns gegenseitig anzugrinsen. Wir sind alle glücklich und sehen auch genauso aus. Noch 700 Höhenmeter trennen uns von dem Taxi, dass uns von der Timmelsjochstrasse nach Meran bringen wird. Noch einmal schlängelt sich der Trail zwar steil nach unten, aber durch so zauberhafte Wiesen mit kleinen Flüsschen und Seen, dass ich völlig vergesse, dass ich Downhills eigentlich nicht so mag. Ich bin verliebt. In jeden einzelnen der heutigen 29 Kilometer inklusive aller 2300 Höhenmeter, die wir alleine im Aufstieg bewältigt haben.

 

Unsere Gesichter strahlen noch viel mehr, als wir alle am Auto stehen. Reden müssen wir nicht viel auf der kurzen Fahrt nach Meran, aber wir fühlen das Gleiche: Das war atemberaubend und wunderschön, was wir in den letzten Tagen erleben durften. Ich bin völlig entspannt, frei, erholt, glücklich und einfach nur zufrieden. Gar nicht mal stolz, sondern eher dankbar, dass mein Körper solche Abenteuer mitmacht. Danke!

 

 

Sonntag, 4. September 2016

 

Diesmal weckt mich mein Handywecker um 6:00 Uhr aus dem Tiefschlaf, aber schnell sind wir im Mädchenzimmer hellwach, versammeln uns schweigend beim Frühstück und um 7:15 Uhr bereit für den ersten Aufstieg der Sonne entgegen. Im Tal ist noch Schatten, aber die ersten Gipfel um uns herum leuchten schon golden in den Morgenhimmel. Heute probiere ich zum ersten Mal Stöcke aus. Da ich es sehr genieße, endlich mal Teilnehmerin statt Camp-Mutti zu sein, lasse ich mir auch sämtliche Tipps und Ratschläge von Javi oder Philipp geben und nehme sie gerne an. Doch, wenn man 1200 Höhenmeter auf 6 Kilometern macht, dann kann man erstens eh nicht laufen und zweitens mit dem Oberkörper schön mitarbeiten, wenn man Stöcke in der Hand hat. Es macht nicht nur Sinn, es macht mir auch Spaß und schon wieder vergeht die erste Zeit wie im Flug. Nach einer Stunde und 40 Minuten stehen wir unterhalb des Schafgrüblers und hier heißt es: „Lasst Eure Stöcke einfach liegen, wir kommen gleich wieder vorbei, wenn wir den Gipfel erklommen haben.“ Also, so ein Gipfel am Morgen hat schon was, aber mich schreckt die steile Flanke und das Geröll ab und ich artikuliere, dass ich ein bisschen Angst habe. Mir wird kurz von allen Seiten Mut zugesprochen, daher mache ich mich mutig auf den Weg. Zunächst auf allen Vieren, aber mit der Zeit immer selbstbewusster werdend erklimme ich den 2922 Meter hohen Schafgrübler und habe Tränen in den Augen, als ich oben ankomme. Wow, ich habe meine Angst besiegt und stehe sicher und glücklich auf einem wunderschönen Gipfel. Von hier oben erklären uns die Guides, in welche Richtung wir heute und morgen weiterlaufen. Ich wünschte, ich würde jedes Tal und jede Bergkette mit Namen kennen. Es sind so viele Gipfel und so viele Täler rings um uns herum und es übersteigt meine Vorstellungskraft, dass wir in drei Tagen einmal von Anfang bis Ende diese wunderschönen Alpen durchlaufen. Ich werde sicherlich noch viel Zeit in meinen GPS Daten verbringen, um das Puzzle aus Erinnerungen, Tracks und Landkarten in meinem Kopf zusammen zu setzen. Aber vorher wartet unter anderem ein wunderschöner Downhill auf mich.

 

Ach, so liebe ich das Runterlaufen. Grüne Wiesen, sanftes Gefälle, Sonne im Nacken und warmer Wind im Gesicht. So schweben wir zur Franz-Senn-Hütte in den Stubaier Alpen, wo wir für ein knappes Stündchen einkehren. Heute probiere ich es statt mit Zucker mal mit zwei Eiern, die ich mir vom Frühstückstisch mitgenommen hatte und siehe da, beim zweiten Anstieg bleibt der kalte Schweiß und die weiße Nasenspitze aus. Wir arbeiten uns ein zweites Mal bis auf 2700 Meter hoch, machen auf diesem beeindruckenden Trail im Geröll viele Fotos und stürzen uns dann ins Stubaital. Also, um genau zu sein stürzen sich alle anderen ins Tal, ich stürze nur ein zweites Mal auf mein eh schon offenes Knie, weil ich mich so schwer tue mit diesem finalen Abstieg. So schön die grüne Wiese eben war, so schrecklich finde ich diesen steinigen, steilen und meiner Meinung nach extrem unwegsamen Weg nach unten. Wie machen das die Anderen nur? Haben die keine Angst? Knicken die nicht um? Ich knicke ständig um und bin irgendwann mit den Nerven am Ende. Mein Hirn ist müde wie das eines überforderten Schulanfängers. Puste habe ich ohne, aber irgendwie fehlt es mir an Koordination und mentaler Stärke. Nichts desto trotz komme ich irgendwann im Tal an und sinke erschöpft zu Boden.

 

Gut, dass es heute nur 22 Kilometer mit 2000 Höhenmetern waren. Gut, dass es erst kurz nach drei ist. Gut, dass wir in einem richtig schicken Hotel in Neustift untergebracht werden und gut, dass ich mich vor der morgigen Etappe, die es noch mal in sich haben wird, anständig erholen kann. Ich bin gespannt, wie es morgen wird! Und ja, ich bin guten Mutes. Schließlich will ich nach Italien.

 

 

Samstag, 3. September 2016

 

Ich wache sogar vor dem Klingeln des Weckers um 5:30 Uhr auf und bin hellwach. Yeah! Endlich loslaufen. Ich esse lecker Müsli zum Frühstück und um 7:00 Uhr stehen wir alle gestriegelt und gebügelt vor der Tür bereit zum Abmarsch. Den ganzen Anfang kenne ich sehr gut von meinen bisherigen Läufen auf die Zugspitze. Wir laufen zunächst durch die imposante Partnachklamm und ich nenne sie das schönste Tor zum alpinen Abenteuerspielplatz. Dahinter geht es wie gewohnt rechts in Richtung Bock- und später Reintalangerhütte und wir nutzen die langweilige Forststraße für ein paar Plaudereien untereinander, um uns kennen zu lernen. Ich bin so ins Gespräch mit der Amerikanerin Kim vertieft, dass es mich mitten auf dem Forstweg einmal der Länge nach auf die Schnauze haut. Aua, voll aufs Knie und die Handballen. Jetzt bin ich wach! Adrenalin strömt ab sofort durch meine Adern und dramatisch aussehendes Blut fließt mir das Schienbein entlang, aber ich kann das Knie fast schmerzfrei bewegen und laufe tapfer weiter. Ich liebe diesen Weg durch das Reintal, der sich fast 15 Kilometer ohne nennenswerte Steigung durch schönste Natur schlängelt. Dann machen wir endlich Höhenmeter rauf in Richtung Knorrhütte und ich stelle fest, dass wir ein ziemlich kompaktes Grüppchen sind. Philipp und Javi laufen entweder vorne oder hinten, um uns zusammen zu halten. Willkommene Pausen läutet immer wieder der Fotograf Dan Patitucci ein, um uns an besonders schönen Spots zu fotografieren. Irgendwie vergeht die Zeit wie im Flug und ich kann kaum fassen, wie schnell wir am Gatterl sind, die Grenze zu Österreich passieren und Kurs auf die Ehrwalder Alm nehmen. Das Wetter spielt auch sensationell mit: Die Sonne scheint hinter ganz dezenten Schleierwolken und es weht ein angenehm warmer Wind.

 

Auf der Ehrwalder Alm trinken wir Schorle und futtern unsere Power Bar Riegel, die wir geschenkt bekommen haben. Wie ich anschließend feststellen muss, war das ein Fehler, denn mit meiner Stimmung, meinem Magen und meiner Form geht es nach der Pause rapide bergab. Schon seit ein paar Wochen habe ich das Gefühl, dass mir Verpflegung bei langen Touren nicht guttut, weil mein Fettstoffwechsel unterbrochen wird. Zumindest bilde ich mir das ein, denn ich kämpfe mich mit kaltem Schweiß auf der Stirn, Schwindel im Kopf und weichen Beinen in Richtung Coburger Hütte. Hui, was ist denn da los. Ich reduziere mich auf das Nötigste, um die Gruppe nicht aufzuhalten: Schritt um Schritt um Schritt um Schritt, keine Gespräche, kein Blick in die Umgebung, ich will einfach stur das schwierige Terrain bestehend aus einem losen Geröllfeld bewältigen. Bei einem Zwischenstopp sehen die anderen mir an meiner kalkweißen Nasenspitze an, dass was nicht stimmt und Dan gibt mir was von seiner „Zauberbutter“ aus Amerika. Das Gemisch aus Erdnussbutter und Nüssen hilft tatsächlich und kurze Zeit später erreichen wir den höchsten Punkt des Tages.

 

Ich nenne mich ja selbst gerne „Downhill-Memme“, weil ich mich oft so schwertue, dynamisch, mutig und schnell einen Trail ins Tal zu stürzen. Mit dieser Haltung tippele ich auf das atemberaubende Geröllfeld zu, das uns nach unten bringen soll. Die ersten Meter sind eine Katastrophe, aber entweder wirkt Dans Butterzeugs, oder mich beflügelt Javis Flug in die Tiefe im Stil von Kilian Jornet, auf jeden Fall werde ich langsam mutiger und irgendwann lasse auch ich es einfach laufen, springe, rutsche, fliege, jauchze… 1000 Höhenmeter weiter unten strahlen wir uns alle an. Arianna, die junge Italienerin ist heute über sich hinausgewachsen, der stille Ben aus Amerika grinst vor sich hin, Christian aus Dänemark klatscht uns alle ab und der italienische Blogger Andrea fordert uns auf, ein Abschlussbild zu machen, bevor wir alle in den kleinen Bus steigen, der uns zu unserer Pension bringt. Mein GARMIN zeigt 42,5 Kilometer und die spätere Auswertung sagt, dass es etwas über 2600 Höhenmeter im Aufstieg waren. Wir schlafen in Lüsens, von wo es morgen weitergeht. Aber erst mal ab zum Abendessen… Hunger!!! Müde!! Glücklich!

 

 

Freitag, 2. September 2016

 

Ich fahre nach Garmisch-Partenkirchen zum SPORT QUARTIER, welches direkt bei der imposanten Skischanze liegt, am Eingang der Partnachklamm, meinem Lieblingstor zu den Alpen. Hier treffen wir uns: Fünf Teilnehmer, zwei Journalisten, von denen eine ich bin, zwei Fotografen, zwei Athleten von DYNAFIT und zwei Bergführer, die das Organisatorische wie unsere Unterkünfte und den Gepäcktransport übernehmen. Eingeladen hat DYNAFIT, damit diese kleine aber feine Gruppe von Berg- und Sportliebenden in drei Tagen von hier nach Meran läuft, quasi auf kürzestem Wege über die Alpen.

https://speedtransalp.dynafit.com/home/

 

Ich bin nervös wie ein Kind vor seiner ersten Achterbahnfahrt. Zwar bin ich einigermaßen fit im Moment und ja, ich habe auch ein paar Bergerfahrungen, aber ich bin noch nie drei Tage hintereinander durchgelaufen, schon gar nicht über die Alpen. 85 Kilometer und über 6000 Höhenmeter werden wir in den nächsten Tagen bewältigen und die beiden Athleten Javi Martin und Philipp Schädler werden auf uns aufpassen. Junge, die sehen ganz schön fit aus. Und nicht nur die, auch die Teilnehmer und selbst die beiden Fotografen lassen mich erahnen, dass das keine Wanderung wird, sondern wirklich ein Lauf! Ich freu mich.

 

Nach der Begrüßung beziehen wir Quartier im SPORT QUARTIER – coole Location, alles neu, alles sauber, viel Holz, es gibt Gruppenhäuser und Ferienwohnungen… perfekte Unterkunft für einen Start ins Abenteueralpenland. Wir gehen gemeinsam zum Abendessen und ich esse eine doppelte Portion Nudeln, denn morgen treffen wir uns um 6:15 Uhr zwar zum Frühstück, wollen aber spätestens um 7:00 Uhr los. Mit anderen Worten: Das, was ich morgen auf der ersten Etappe mit ihren 37 Kilometern benötige, will ich jetzt tanken. Meine Ausrüstung ist gepackt, die Stöcke wurden ausgemustert, denn ich bin das Laufen bisher nur ohne Stöcke gewöhnt und Javi sagt, dass morgen nicht der Tag für Experimente ist. Hui, ich bin gespannt und kann kaum erwarten, dass es endlich losgeht.

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Kommentare: 7
  • #1

    Max Moor (Samstag, 03 September 2016 21:58)

    Fantastisch. Weiter so!

  • #2

    Hannelore und Kurt (Samstag, 03 September 2016 23:50)

    Hochinteressanter Bericht beeindruckende Leistung, weiterhin gutes Durchhaltevermögen und guten Lauf. Freuen uns auf Deine weiteren Berichte.
    Liebe Grüße

  • #3

    Florian (Sonntag, 04 September 2016)

    Hallo Sonni,
    viel Spaß euch und kommt gut durch.
    Dein Bericht macht Lust, da auch mal mitzumachen.
    Grüße
    Florian

  • #4

    Ulli (Sonntag, 04 September 2016 15:18)

    Viel Spaß weiterhin! Und am besten keine weitere Flüge auf die Nase, obwohl ich hab ja gut reden, genauso habe ich letzte Woche auch einen Abflug gemacht... Ich wünsche Dir viele schöne Eindrücke, tolle Trailerlebnisse und gutes Wetter bis zum Schluß. Kommt alle gut an. Ich freue mich schon auf die Berichte

    Ulli

  • #5

    Angie (Dienstag, 06 September 2016 17:44)

    Was für ein toll geschriebener Bericht, ich habe alles aufgesaugt. Du kannst nicht nur laufen, sondern Deine Erlebnisse und Gefühle auch 1:1 wiedergeben - YEAH :-) Glückwunsch zu Deiner Alpenüberquerung!

  • #6

    Frank (Dienstag, 06 September 2016 23:21)

    So schön kann das Läuferleben also sein! Danke für Deinen herrlichen Bericht.

  • #7

    Roger Rossier (Donnerstag, 08 September 2016 22:38)

    Spannende Geschichten, weckt die Lust auf mehr. Bin gar kein Bergläufer, doch nach dem Lesen der Tagesbeschreibungen und Bewundern der tollen Bilder, bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich "noch immer meiner Meinung" bin.